Living Spaces - Living Forms - Stadtraum
>>> [30. 04. 09 - 30. 05. 09] [a]
<Nina Dick, Andrea Ressi, Brigitte Rohrmoser, Johanna Tinzl / Stefan Flunger>



Vorgesehene, aber abgelehnte Projekte im Stadtraum



Andrea Ressi
SZG_ICONS
Hanuschplatz, O-Bus-Haltestelle
Abgelehnt von der Salzburg AG


In der öffentlichen Wahrnehmung wird das normale, alltägliche Leben der mittelgroßen Stadt ausgeblendet, während das Zentrum Salzburgs in den Mittelpunkt rückt. Das Projekt sollte seinen Fokus weg vom touristischen Image Salzburgs hin auf diese ausgeblendeten und realen Lebensbereiche und Lebensformen richten.
Der Hanuschplatz ist zum einen Schnittstelle zwischen touristischem Zentrum und der ‚eigentlichen’ Stadt, und zum andern auch zentraler Schnittpunkt der meisten in die Peripherie verkehrenden O-Busse.
An eben dieser Haltestelle sollte entlang der Vorderfront auf eine Blende eine Auswahl an Bild/Text-Logos installiert werden, die die erwähnten ausgeblendeten Lebensrealitäten/Befindlichkeiten der Stadt Salzburg thematisieren, etwa MIDDLE RANGE CITY, DOMESTIC LANDSCAPE, RURBAN TOPOGRAPHY, GLOCAL DREAMS, MULTICULTURAL IDENTITIES.



Johanna Tinzl/Stefan Flunger
Tertium non datur
Abgelehnt vom Altstadtamt


Das Projekt sah vor, ein mit der Aufschrift „Too Big to Fail“ bedrucktes Transparent vor dem riesigen Felsmassiv der Mönchsbergwand abzuhängen.
Der Begriff »Too Big to Fail« (»Zu gross, um in Konkurs zu gehen«) verweist durch seine Größe, Sichtbarkeit und seinen Anbringungsort (Felswand - über den Dächern der Stadt) auf sich selbst, aber auch auf die Wirtschaftsökonomie, die den Begriff entwickelt hat. Kann aber angesichts der Größe und Mächtigkeit eines Felsmassivs behauptet werden, dass dieses nie versagen wird? Oder gilt im übertragenen Sinne ein "nie zu Ende gehen" doch der Stadt, dem Image, oder gar dem wirkmächtigen Mythos des Natur-Kultur-Konglomerats "Salzburg"?




Realisierte Projekte im Stadtraum


Nina Dick
DISPLACED PIECES
Bank: Erhardplatz – Elisabethkai/Schwarzstraße
4 Steine: Hildmannplatz – Engelbert Weiß Weg / Fanny von Lehnert Straße
Stehleuchte – Lehener Park – Ignaz Rieder Kai
Mistkübel: Hans Sperl Straße – Max Ott Platz
(4 von 19 projektierten Versetzungen konnten realisiert werden)


Teile der Stadtmöblierung sollen verrückt werden. Diese Stadtmöblierung wie zum Beispiel Bänke, Tische, Poller, Blumengeländer, Mistkübel, Teppich Klopfstangen, Schaukeln etc... bestimmen, beziehungsweise dienen gewissen Handlungen. Was passiert nun wenn solche Elemente aus ihrem geplanten Umfeld entnommen werden und in ein nicht dafür vorgesehenen Ort versetzt werden? Was passiert mit dem Element an sich, mit dem Umfeld und gleichzeitig was passiert mit der durch die Entnahme entstandenen Leerstellen? Mit diesem minimalen Eingriff sollen einerseits Raumordnung, Einrichtungen und Handlungsräume infrage gestellt werden und andererseits soll diese Intervention neue räumliche Bezüge schaffen. Die Veränderung eines Ortes findet durch das hinzufügen oder durch die Wegnahme eines Elements statt, egal ob Kunstwerk, Stadtinventar, Haus, Auto, Baum etc. Jede Veränderung bietet die Möglichkeit den Raum wieder neu zu entdecken.



Brigitte Rohrmoser
o.T.
Vorplatz Elisabethstraße 1


Entlang der Elisabethstraße hinauf nach Maria Plain finden sich unzählige alte Materl, denen Brigitte Rohrmoser ein neu konstruiertes hinzufügt. Die mit Eisenstäben gebildete äußere Form entspricht einem auf dem Bauernhof ihrer Großeltern befindlichen, dem aber nun ein zweites räumliches Objekt eingefügt ist: die vormals der religiösen Andacht dienende Funktion des Schreins wird mit der Zugabe der kubisch aufgebaute Form, die in ihrem Aussehen eher der städtisch-urbanen Architektursprache verwandt ist, zwar nicht verunmöglicht, vielmehr werden dieser weitere Möglichkeiten der Bedeutung zugestanden.
Sowohl das gegenseitige Angewiesensein des Innen und Außen, des Interieurs und Exterieurs, der Stadt und dem Land und das Verweisen aufeinander, als auch die Verschiebungen sollen in dieser Arbeit zum Ausdruck gebracht werden.




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